Umwelt

Antifouling


Ein Antifouling schützt den Rumpf im Unterwasserbereich vor Bewuchs, der das Schiff
verlangsamt. Besonders Algen, Muscheln und weitere organische Stoffe überziehen ebenfalls den Rumpf. In erster Linie ist der Anstrich ein Bewuchsschutz.
Nun kommen wir zu den Schutzmassnahmen:
Um dem Fouling entgegenzuwirken, werden vor allem sogenannte Antifouling-Beschichtungen verwendet, die permanent toxische Stoffe (Biozide) in das Wasser abgeben. Diese sollen das Anheften von Organismen unter Wasser verhindern oder bei Berührung der Larven mit dem Schiffsrumpf zu deren Absterben führen. Welches Antifouling für welche Gebiete geeignet ist, hängt vor allem von der Bewuchsintensität des jeweiligen Gewässers ab.
Damit kommen wir zum Bewuchsatlas des Umwelt-Bundesamt. Auf dieser Internetseite kann man für das jeweilige Fahrgebiet das passenden Antifouling ermitteln.
https://www.umweltbundesamt.de/bewuchsatlas-start-0
Dort gibt es auch eine Seite mit überprüften Marinas, u.a. vom LMC Lübeck und dem
Wassersportverein Bargen.
Auf der Internetseite von LimnoMar (ehem. Bewuchsatlas) sind weitere Einzelheiten zum richtigen Anstrich zu ermitteln.
http://www.limnomar.de
Wenn das zutreffende Antifouling ermittelt wurde, dann lohnt es sich, noch einmal nachzuprüfen, ob oder wie lange die verwendeten Giftstoffe noch verkehrsfähig, bzw. zugelassen sind.
Da ist die Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hilfreich:
https://www.baua.de/DE/Biozid-Meldeverordnung/Offen/offen.html
Hier kann jeder sein bevorzugtes Antifouling eintragen, und sofort die Zulassungsdaten ablesen
Muster:
Das ist eine wirklich simple Informationsseite, gerade im Hinblick auf nicht mehr zugelassene Restbestände, die noch von einigen Händlern angeboten werden.
Darüberhinaus gibt es vom DMYV weitere Informationen:
Neuer Antifouling-Leitfaden:
https://www.dmyv.de/aktuelles/detail/umweltbundesamt-neuer-antifouling-leitfaden
Neue Trends beim Antifouling:
https://www.dmyv.de/aktuelles/detail/neue-trends-beim-antifouling
oder vom Landesverband Motorbootsport Baden-Württenberg:
Antifouling im Wassersport: Was ist das Beste für Mensch, Umwelt und Ihr Boot?
https://bw.dmyv.de/umwelt-technik
Und zum Schluss: Viel Spass am Durchforsten der Internetseiten.

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Dieselpest

Dieselpest – was Sportbootfahrer dagegen tun können

Die sogenannte Dieselpest ist gefürchtet unter Fahrtenseglern. Wirksame Biozide wurden nun von der EU als krebserregend eingestuft und dürfen nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden. Wie Sie dennoch vorbeugen können, erklären die Experten von der Kreuzer-Abteilung des DSV.

Wer an viel frequentierten Tankstellen bunkert, vermindert das Risiko von Dieselpest im Tank.

Unter “Dieselpest” versteht man ein Bakterienwachstum im Tank, das dafür sorgt, dass sich Filter, Kraftstoffleitungen und Einspritzdüsen mit einem Biofilm dicht setzen und verstopfen. Im schlimmsten Fall bleibt die Maschine stehen. Meistens dann, wenn man Sie am dringendsten benötigt, beim Anlegen oder in Schleusen.

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Kraftstoff-Additive nicht mehr an Privatpersonen

Für Abhilfe haben viele Jahre Biozide gesorgt, die man dem Kraftstoff beigemischt hat, um die Bakterien abzutöten. Sie basieren auf einem Formaldehyd-Spalter namens MBO. Er ist in Produkten wie Grotamar 82, Liqui Moly oder ERV Diesel Plus enthalten. Seit dem 01.12.2018 unterliegen diese Additive jedoch der Biozidverordnung und dürfen nicht mehr an Privatkunden verkauft werden, da sie im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Altbestände dürfen allerdings noch bis 2020 aufgebraucht werden (EU No. 528/2012).

De facto heißt das, Segler/Motorbootfahrer dürfen als Endverbraucher diese Substanzen nicht mehr erwerben, wohl aber gewerbliche Anbieter. Und da fangen die Definitionsschwierigkeiten an. Wer ist ein gewerblicher Anbieter? Theoretisch sind das alle Gewerbetreibenden, gleich welchen Gewerbes. Im Sinne des Wassersports wäre zunächst an Tankstellenpächter, Hafenmeister, Werftbetriebe oder Motorenwerkstätten zu denken. Die Liste ist ausdehnbar. Wichtig ist nur, dass das Produkt direkt verwendet wird und nicht an Dritte abgegeben wird. Die genannte Personengruppe darf damit nicht handeln, es sei denn, sie verfügt über eine Sachkunde nach §11 der Chemikalienverbots-Verordnung. Und selbst dann ist nur der Verkauf an andere gewerbliche Nutzer erlaubt. Problemlos möglich ist aber, dass der Gewerbetreibende, zum Beispiel ein Tankstellenbetreiber, das Produkt direkt mit dem Kraftstoff verkauft und beim Betanken des Bootes mit in den Tank einfüllt. Der Eigner hätte dann die gewünschte Schutzwirkung durch das Biozid, bekäme es aber gar nicht erst in die Hand.

Alternativ gibt es Produkte auf enzymkatalysierter Basis, die aber stark abhängig von externen Faktoren wie Temperatur, Wassergehalt und Alter sind. Ihre Wirkung ist umstritten und die Erfahrungsberichte der Segler und Motorbootfahrer sind sehr unterschiedlich. Letztlich stellen auch diese Substanzen Biozide dar, fallen aber momentan nicht unter die Biozidverordnung.

Letztlich kann man der Bakterienproblematik aus dem Wege gehen, indem man C.A.R.E.-Diesel tankt, der keine Bioanteile beinhaltet. Tanksteellenverweichnis findet man hier:

www.mein-ostseehafen.de/service-fuer-skipper/bootstankstellen/schl-holst.html

Dieselpest vorbeugen: die besten Tipps

  • Kontrollieren Sie regelmäßig den Tank, die Filter und den Wasserabscheider. Bei Bedarf ist die Reinigung oder der Austausch angebracht.
  • Versuchen Sie bei Tankstellen zu tanken, die einen hohen Kraftstoffumsatz haben, um möglichst keinen abgestandenen Diesel zu erwerben.
  • Tanken Sie immer nur Mengen, die sie in zwei, drei Monaten verbrauchen können, um die Lagerzeit im Tank zu begrenzen.
  • Wenn möglich, tanken Sie Diesel ohne Bioanteile.

 

Übernommen aus: Der Deutscher Segler-Verband e. V. Informiert, Datum 30.04.2019

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Blaue Flagge

Seit 1987 wird in Zusammenarbeit mit der F.E.E. die "Blaue Flagge" vergeben. Die Auszeichnung wird verliehen, wenn bestimmte Anforderungen bezüglich des Umweltmanagements, der Umweltkommunikation erfüllt sind, ausreichende Entsorgungsbereiche für (Sonder-) Abfälle und Abwasser und die standardgemäßen Sicherheitsaspekte beachten werden. Die Blaue Flagge ist das erste gemeinsame Umweltsymbol, das für jeweils ein Jahr vergeben wird. Die Kampagne wird durchgeführt für Sportboothäfen, Strände sowie Badestellen an Binnenseen.

Deutschlandweit wurden in 2019 insgesamt 90 Sportboothäfen und 43 Badestellen ausgezeichnet.

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Das bedeutete gleichzeitig das die geforderten strengen Anforderungen bezüglich des Umweltmanagement, der Umweltkommunikation, ausreichende Entsorgungsbereiche für Abfälle und Abwasser und die standardgemäßen Sanitär- und Sicherheitseinrichtungen beachtet werden sowie vorbildliche Aktivitäten im Bereich Umweltschutz erfüllt wurden.

Am Samstag den 18. Mai 2019 wurde die „Blaue Flagge“, auf dem Gelände des Yachthafen Grömitz verliehen. An der Auszeichnungsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) nahmen Vertreter von 15 Sportboothäfen aus Schleswig-Holstein (13) und Hamburg (2) teil. Übergeben wurden die Urkunden von Frau A. Gülcker (DGU), den Herren L. Widder, Betriebsleiter TSG; H. Bäker, Bürgervorsteher; T. Gaarz, stellv. Landrat; P. Seidel, Segler-Verband SH; und D. Esdorn für den DMYV.

Weitere Hinweise auf die Kampagne “Blaue Flagge“ finden Sie auf http://www.blaue-flagge.de

Zum Schluß noch ein bißchen Statistik zur Blauen Flagge“.
Von den 25 Mitgliedsvereinen im MYV-SH haben sich 2019 beworben und erhalten;
  1.  - Motor-Yacht-Club-Geesthacht e.V. von 1973
     - Sportbootclub St. Peter-Ording e.V.
     - Möllner Motorboot-Club e.V.
     - Wassersportverein Mölln von 1925 e.V.
     - Lübecker Motorboot-Club e.V.
     - Wassersportfreunde Hohner Fähre e.V.
An dieser Stelle muss  noch einmal auf die “Landesverordnung über Sportboothäfen“ (Sportboothafen-Verordnung) vom 21. April 2010 hingewiesen werden:
Im Paragraph §1: -Zweck- heißt es:

Diese Verordnung dient dem umweltschonenden Betrieb von Sportboothäfen, dem Schutz des Allgemein-wohls und der öffentlichen Sicherheit in Sportboothäfen sowie der Umsetzung der Richtlinie 2000/59/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2000 über Hafenauffangeinrichtungen für Schiffsabfälle und Ladungsrückstände (ABl. EG Nr. L 332 S. 81), zuletzt geändert durch die Verordnung des Parlamentes und des Rates vom 22. Oktober 2008 (ABl. EG Nr. L 311 S. 1)

Einen Nachweis darüber kann nur mit der freiwilligen Teilnahme an der nichtstaatlichen Initiative „Blaue Flagge“geführt werden.

Individuelle “Blaue Flagge“

Die „Individuelle Blaue Flagge“ ist das Symbol des umweltgerechten Fahrens auf dem Wasser. Viele Mitglieder aus unseren Vereinen haben die „Individuelle Blaue Flagge“ in den letzten Jahren beantragt.
Hierbei sind Regeln für den Umgang mit dem Boot zu beachten und einzuhalten.
Die „Individuelle Blaue Flagge“ für Sportbooteigner ist bei Einhaltung der Verpflichtungserklärung zeitlich unbegrenzt gültig und kann direkt bei der DGU in Schwerin: http://www.blaue-flagge.de/download.html,

sowie bei den jeweiligen Vereins-Umweltbeauftragten oder bei mir, beantragt werden.

Weitere Hinweise auf die Kampagne “Blaue Flagge“ finden Sie auf   „http://www.blaue-flagge.de/“

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