Umwelt

Jahresbericht 2020

Jahresbericht 2020 – MYV-SH
Beauftragter für Umwelt und Naturschutz

Inhalt

1. Zusammenarbeit mit dem Landessportverband
2. Blaue Europa-Flagge / Individuelle Blaue Flagge für Sportboote
3. Elbvertiefung
4. Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanal
5. Antifouling
6. Fäkalienentsorgung
7. Tanken am Steg
8. Allgemeine Informationen zum Schluß

Vorwort;
Eine verrückte Saison ist zuende. Mit „voll voraus“ gestartet, sorgte Corona und die daraus resultierenden Einschränkungen binnen weniger Wochen für ein „voll zurück“. Oft lagen die Boote bei bestem Wetter im Winterlager und warteten darauf ins Wasser, bzw. an den Liegeplatz zu kommen.
Was dann folgte überraschte uns. Kaum waren die Restriktionen gelockert, erlebte unser Hobby einen wahren Boom. Menschen, die sonst ihre Freizeit oder ihren Urlaub bis hin zum Homeoffice an Bordvöllig anders verbringen, entdeckten die heimischen Gewässer als Alternative.
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Und wer wüsste es besser als wir, dass diese mit einem Boot, und sei es noch so klein, am
entspanntesten zu bereisen sind.
Für uns Sportboot-Hafenbetreiber galten dann ab Mitte Mai, zum verspäteten Saisonstart die Vorgabender Hygieneregeln nach § 9 und das Kontaktverbot nach § 2 Abs. 2 für die gesamte Saison hindurch.
Darüberhinaus galten die Vorschriften auch für die Duschen und Gemeinschaftsräume. Auch war eine Übernachtung auf dem Boot war anfangst nur erlaubt, sofern es über sanitäre Einrichtungen verfügt.
Die Toiletten der Sportboothäfen dürfen nachts nicht benutzt werden und sind zu schließen.
Besser Einschränkungen in Kauf nehmen, als auf den Bootsspaß ganz zu verzichten
Allen Auflagen zum Trotz war es eine wunderbare Saison!

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Diesel im Hafenwasser

Merkblatt
Diesel im Hafenwasser ist ein Unfall.

Manches altbewährte ist leider sehr verbreitet, so zum Beispiel das Beseitigen von kleinen Unfällen, wenn ein ganz wenig Diesel, Benzin oder Gemisch neben dem Boot in den See kleckert und mit ein paar Spritzer Spüli ungeschehen gemacht werden soll.
Das ist nach allgemeinen Erkenntnissen und Regeln falsch.
Wenn es sich um ein paar Tropfen, ca. ½ Schnapsglas (1-5 ml), Diesel oder Benzin, handelt, reguliert sich das durch „Verfliegen“ relativ schnell.
Nimmt die Menge zu, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit der kontaminierenden Wirkung in der Umwelt zu. Aber das wären dann gleich zwei Straftatbestände. Fahrlässige Gewässerverunreinigung durch Diesel und vorsätzliche durch Spüli. Ein gezielter Spritzer Spüli kann dann als umweltschädliches Einbringen von Substanzen mit einem Bußgeld geahndet werden, das gilt übrigens auch für den berühmten Spritzer nach dem Bilge leeren!
Spüli mit Diesel ist kontraproduktiv.
Zwar ist dann der Film von der Oberfläche weg, wo auch Diesel nach ein paar Tagen eh "verdunstet" wäre, ist aber dann in Form von emulgierten Tröpfchen nur unter Wasser. Die negative ökologische Wirkung ist in der "gebundenen" Form deutlich größer als ohne Spüli auf dem Wasser. Beim Betanken des Sportbootes, gibt es eigentlich keine Probleme. Stichwort  „Schüttelschlauch“. Das ist eigentlich die sauberste Sache, sogar beim Umfüllen von 20l Kanister.

Beim Außenbordmotor ist unbedingt größere Sorgfalt angebracht, da es sich hier meist um ein Zweitaktgemisch handelt.
Diesel ist Leichtöl und schwimmt auf dem Wasser. Ist nicht hübsch anzusehen, macht der Natur und Umwelt aber herzlich wenig, da es in kurzer Zeit verdunstet. Wenn mal ein paar Tropfen daneben gehen, braucht man nicht gleich das Bild von Seevögeln mit verklebtem Gefieder vor Augen haben. Bei größeren Einträgen muss der übergepütscherte Kraftstoff dann allerdings fachmännisch, sprich von der Feuerwehr, aufgenommen werden.
Fazit:
Es muss nicht immer der Griff zur Spüliflasche sein, um das kleine Malheur unsichtbar zu machen!
MYV-SH JH©2020

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