Nun also doch: Keine Abgaben für Sportboote auf dem NOK ab 2027!

15.09.2026  
News & AktuellesVerband & Szene

Sportboote können den Nord-Ostsee-Kanal ab dem 1. Januar 2027 ohne die Entrichtung von Abgaben befahren.

Erst im Juli bestätigte uns das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal auf Nachfrage, dass die Sportschifffahrt nicht von der Befahrensabgabe für den Nord-Ostsee-Kanal befreit ist. Doch jetzt gibt's gute Nachrichten: Die Befahrensabgabe für Sportboote auf dem Nord-Ostsee-Kanal wird abgeschafft. Für Freizeitskipper bedeutet das künftig weniger Kosten und weniger Bürokratie.

Rund 10.000 Sportboote nutzen jedes Jahr den knapp 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Sie sparen künftig je nach Bootslänge zwischen 12 und 43 Euro pro Durchfahrt. Gleichzeitig entfällt das aufwendige Verfahren zur Erhebung der Abgabe, dessen Verwaltungsaufwand inzwischen höher ist als die daraus erzielten Einnahmen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärt dazu:  „Wir wollen Bürokratie dort abbauen, wo sie den Menschen keinen Mehrwert bringt. Genau das tun wir ganz konkret und spürbar beim Nord-Ostsee-Kanal: Freizeitskipper müssen künftig keine Abgabe mehr zahlen und die Verwaltung kann auf ein aufwendiges und teures Verfahren verzichten.“

DMYV begrüßt Entlastung der Sportschifffahrt

Aus Sicht des Deutschen Motoryachtverbandes (DMYV) ist die Abschaffung ein erfreuliches und überfälliges Signal für die Sportschifffahrt. Der fast 100 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal ist nicht nur eine der bedeutendsten Wasserstraßen Deutschlands, sondern auch eine wichtige Verbindung für Sportboote zwischen Nord- und Ostsee. Der Wegfall der Abgabe macht diese attraktive und sichere Verbindung für Freizeitskipper nun noch unkomplizierter.

Der DMYV begrüßt insbesondere, dass mit der Neuregelung eine finanzielle Belastung entfällt und zugleich unnötiger Verwaltungsaufwand reduziert wird. Weniger Bürokratie und einfache, praxisgerechte Regelungen sind ein wichtiger Beitrag zu attraktiven Rahmenbedingungen für den motorisierten Wassersport in Deutschland.

DMYV-Präsident Frank Dettmering begrüßt den Schritt, sieht aber noch weiteren Handlungsbedarf an anderer Stelle: “Die Abschaffung der Abgabe war überfällig und ist ein Punkt für den wir uns seit langem im Sinne der Sportbootfahrer eingesetzt haben. Das schürt die Hoffnung, dass man auch bei anderen Wasserstraßenverwaltungen ein Einsehen in dieser Hinsicht hat. Auch die Durchfahrtsgebühren für die Niedersächsischen Küstenkanäle, die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft. Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in diesem Jahr nochmal massiv erhöht wurden, sollten nun - wie bereits vom Landessportbund und dem DMYV-Landesverband Motorbootsport Niedersachsen gefordert - endlich wegfallen. Damit würde Bürokratie abgebaut und der Bootstourismus und die Wassersport-Wirtschaft unterstützt.”

27.08.2026

DMYV-Landesverbände protestieren gegen Kürzungen bei der WSV

Der Stellenabbau bei der Wasserstraßen- und Schifffahrstverwaltung (WSV) gefährdet die Leichtigkeit und Sicherheit des Bootssports- und Tourismus warnen 13 Landesfachverbände in einem offenen Brief an das Verkehrsministerium (Foto: Symbolbild / C.Schneider)

Die Kürzungen gefährden die Sicherheit auf dem Wasser und die maritime Wirtschaft

13 Landesfachverbände Motorbootsport im Deutschen Motoryachtverband (DMYV) haben sich mit einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt und gegen die geplanten Haushaltskürzungen bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) protestiert. Die Verbände sehen darin eine erhebliche Gefahr für den Wassersport, den Wassertourismus und die Sicherheit auf Deutschlands Bundeswasserstraßen.

Nach Ansicht der Unterzeichner bedrohen die Einsparungen insbesondere Nebenwasserstraßen und Schleusen, die für den Freizeitschiffsverkehr von zentraler Bedeutung sind. Die Landesverbände verweisen zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung des Bootstourismus. Wassersportvereine und Marinas hätten in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Häfen, Steganlagen und Umweltschutz getätigt, die auf eine verlässliche Infrastruktur des Bundes angewiesen seien. Einer Abwanderung von Bootstouristen in europäische Nachbarländer müsse entgegengewirkt werden.

Besonders kritisch bewerten die Verbände mögliche Einsparungen bei der Unterhaltung der Fahrwasser, der Peilung sowie der Wartung von Schifffahrtszeichen. Gerade in anspruchsvollen Revieren wie der Nordsee dürften diese Aufgaben aus Sicherheitsgründen nicht reduziert werden.

In ihrem Schreiben fordern die Landesverbände die Bundesregierung auf, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung finanziell und personell so auszustatten, dass bestehende Sanierungsrückstände abgebaut und die Bundeswasserstraßen als Infrastruktur für Wirtschaft, Tourismus und Breitensport dauerhaft gesichert werden. Einer Abwanderung von Bootstouristen in europäische Nachbarländer müsse entgegengewirkt werden. 

Die Verbände betonen, dass Wasserstraßen ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik seien und nicht gegenüber Straße und Schiene weiter an Bedeutung verlieren dürften.

Den Offenen Brief im Original und mit vollständigem Wortlaut können Sie auf der HomePage vom DMYV unter Aktuelles herunterladen.

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